Thema: Schule, Aus- und Weiterbildung

Seit mehr als 40 Jahren ist Bildung mein Herzensthema. Denn Teilhabe und Selbstbestimmung in unserem Leben wird dadurch bestimmt, welche Bildung wir erfahren.

2012 wurde ich in den Vorstand der SPD-Fraktion gewählt und habe im Bereich Schule und Weiterbildung seitdem meinen Arbeitsschwerpunkt. Im zuständigen Ausschuss beraten wir aktuelle Themen der Bildungspolitik, wir führen Expertenanhörungen durch und bereiten Gesetze vor. Als Bildungspolitikerin besuche ich Schulen in ganz NRW, tausche mich regelmäßig mit Eltern, Lehrern und Schülern aus und stecke meine ganze Kraft in dieses Thema.

Veranstaltungshinweis: Zukunft des Ganztags – Wichtiger Baustein für gute Bildung

Ganztagsschulen haben sich in der Schullandschaft etabliert. Sowohl in der Frage der Bildungsgerechtigkeit, als auch bezüglich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten sie wichtige Arbeit. Sie bieten die Möglichkeit, jedes Kind optimal zu fördern, indem sie Perspektiven über den schulischen Lernstoff hinaus eröffnen – etwa in die Bereiche Sport und Kultur. Ein erfolgreiches Zusammenspiel von Schule und außerschulischen Partnern ist dabei von besonderer Wichtigkeit, denn nur so kann ein Mehrwert des Ganztags für alle Beteiligten erfolgen.

 

Bislang fehlt ein einheitliches Verständnis darüber, was gute Ganztagsschulen ausmacht und welche
Rahmenbedingungen notwendig sind. Klar ist dabei aber, dass die Ansprüche an den Ganztag gewachsen sind: Fragen zu flexiblen Betreuungszeiten, finanzielle Ausstattung und Qualitätsstandards sind zu beantworten.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann und Prof. Dr. Klaus Klemm, den Autoren der Studie „Mehr Schule wagen. Empfehlungen für einen guten Ganztag“ wollen wir in die Diskussion um ein Zukunftskonzept „Guter Ganztag“ einsteigen.

 

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05. Januar 2018

„Vermeintliches Weihnachtsgeschenk kann schwere Folgen für die Bildungslandschaft haben“

Schulministerin Yvonne Gebauer hat in einer heutigen Pressekonferenz mitgeteilt, dass sie das System der Offenen Ganztagsschule an Grundschulen (OGS) weiterentwickeln will. Sie kündigte an, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen und den bestehenden OGS-Erlass neu auflegen zu wollen. Das erklärt Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

 

„Auch wir sind der Meinung, dass der Offene Ganztag weiterentwickelt werden muss. Guter Ganztag ist weit mehr als eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Er bietet die Möglichkeit, jedes Kind optimal zu fördern.

Auch in der Wissenschaft betonen zahlreiche Stimmen, dass der Ganztag ein wichtiges Instrument ist, um Bildungsungleichheit aufzuheben und damit zu mehr Gerechtigkeit zu kommen.

Wichtig ist natürlich auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade für viele Alleinerziehende öffnet sich die Möglichkeit, so ihren Lebensunterhalt selbstständig zu erarbeiten. Aber das Ziel eines Bildungsauftrags darf nicht mit dem Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf konkurrieren.

 

Ministerin Gebauer schlägt nun eine Flexibilisierung des Ganztagsbetriebs vor, was wir grundsätzlich auch begrüßen. Dies darf aber nicht eine völlige Aufweichung der Teilnahmezeiten und der Qualität zum Ergebnis haben, denn Verlässlichkeit ist für alle Beteiligten ein wichtiger Aspekt.

Ich erinnere daran, dass Yvonne Gebauer noch kurz vor der Wahl erklärt hat, dass es verbindlicher und im Schulgesetz verankerter Qualitätsstandards bedürfe. Von diesen Forderungen war in der heutigen Pressekonferenz leider wenig zu sehen.

 

Schließlich hat Ministerin Gebauer heute den geplanten Ausbau an OGS-Plätzen erläutert. Der Landeshaushalt 2018 sieht 8.000 neue Plätze vor, was ein wesentlich geringerer Zuwachs ist als in den rot-grünen Regierungsjahren: Seit 2010 wurden durchschnittlich mehr als 10.000 Plätze jährlich geschaffen, im Jahr 2017 waren es sogar 17.000.“

19. Dezember 2017

Eva-Maria Voigt-Küppers/Jochen Ott: „Der Ausbau des Ganztagsschulsystems muss weiter gehen“

Zur heute erschienenen Studie der Bertelsmann Stiftung „Gute Ganztagsschule für alle – Kosten für den Ausbau eines qualitätsvollen Ganztagsschulsystems in Deutschland bis 2030“ erklären Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, und Jochen Ott, schulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

 

 

Eva-Maria Voigt-Küppers: „Die erhobenen Zahlen der Studie der Bertelsmann Stiftung zeigen deutlich, der Ganztag wird in NRW angenommen, fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler besucht bereits eine Ganztagsschule. Auch bei Gymnasien beträgt die Quote mittlerweile fast 25 Prozent. Die Ganztagsschule leistet einen wichtigen Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie hat pädagogisch einen immens hohen Stellenwert, hier ist der Raum, einzelne Kinder ihren Fähigkeiten entsprechend noch stärker zu fördern. Damit leistet sie einen großen Beitrag zur Chancengleichheit und dafür, dass die Zukunft der Kinder nicht von ihrer Herkunft abhängt.“

 

 

Jochen Ott: „In Zukunft werden wir weiteres Lehrpersonal und auch mehr Erzieherinnen und Erzieher in den Schulen benötigen. Die Ausbildung in diesen Berufen muss daher weiter gefördert werden. Um die Plätze gewährleisten zu können, muss es ein erneutes Bundesprogramm zum Ausbau des Ganztags geben. Die Schulen benötigen ausreichende und dem Ganztag angemessene Räumlichkeiten. Der Ganztag fordert eine andere Schularchitektur als die Halbtagsschule. Mensa und Ruheraum sind nur zwei Beispiele für andere Raumkonzepte. Bund und Land müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und durch Programme und Maßnahmen den benötigten Ausbau der Ganztagsschulen in NRW vorantreiben.“

17. Oktober 2017

Schulsozialarbeit droht das Aus – Laschet muss endlich handeln

Will die schwarz-gelbe Landesregierung die Schulsozialarbeit opfern? Ihre Finanzierung läuft Ende 2018 aus. Die Schulsozialarbeit ist ein wichtiger Baustein sozialer Gerechtigkeit im Bildungswesen. Angesichts dieser Situation richten Nadja Lüders, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, Frank Baranowski, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik, und Achim Post, Vorsitzender der NRW-Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion, einen Appell an den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU):

 

„Es ist höchste Zeit, dass sich Armin Laschet gerade jetzt um die Schulsozialarbeit in NRW kümmert! Ihre weitere Finanzierung steht auf dem Spiel.  Schulsozialarbeit ist ein wichtiges Instrument, um Kindern und Jugendlichen aus finanziell benachteiligten Familien die Chance auf Teilhabe an schulischen und außerschulischen Aktivitäten zu ermöglichen.

 

Auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion hat der Landtag bereits im vergangenen Jahr der Landesregierung für die Jahre 2017 und 2018 jeweils rund 48 Millionen Euro an Landesmitteln dafür zur Verfügung gestellt. Bislang gibt es von der neuen schwarz-gelben Landesregierung jedoch keinerlei Signale zur Absicherung der Schulsozialarbeit in den folgenden Jahren. Die Kommunen, die Träger der Schulsozialarbeit und die Beschäftigten benötigen dringend Planungssicherheit, um rechtzeitig die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.

 

Solange Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Finanzierung der Schulsozialarbeit aus Bundesmitteln verweigert, muss die Landesregierung in der Finanzierungsverantwortung bleiben. Laschet muss endlich Klarheit schaffen und allen Beteiligten beweisen, dass die Schulsozialarbeit in NRW eine Zukunft hat.

 

Dazu muss die Landesregierung ihre Möglichkeiten im Bundesrat nutzen. Denn klares Ziel bleibt, dass der Bund die Schulsozialarbeit dauerhaft als Regelfinanzierung übernehmen muss. Die SPD hat sich in ihrem Regierungsprogramm für die Bundestagswahl am 24. September 2017 klar positioniert: Sie will in der kommenden Legislaturperiode gemeinsam mit den Ländern die Schulsozialarbeit ausbauen. Im Wahlprogramm der CDU fehlt dieses Thema völlig. Armin Laschet ist gefordert. Er muss die Blockaden in der eigenen Koalition und in Berlin überwinden. Ansonsten setzt er die Zukunftschancen von Schülerinnen und Schülern aufs Spiel.“

18. September 2017

„Schwarz-Gelb muss in der Schulpolitik endlich konkret werden“

Anlässlich der Pressekonferenz von Ministerin Gebauer (FDP) zum Schuljahresauftakt erklärt Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Die Schulen, die Lehrerinnen und Lehrer, die Schülerinnen und Schüler in NRW fragen sich: ,Wie geht es konkret weiter in der Schulpolitik?‘

Frau Gebauer benennt zum Schuljahresauftakt lediglich Baustellen. Man darf aber erwarten, dass sie als verantwortliche Ministerin sagt, welche Werkzeuge und welche Materialien sie wann in die Hand nehmen will. Schon jetzt herrscht große Unsicherheit in der Schullandschaft, weil der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag voll von Ankündigungen und Versprechungen ist, aber auch Widersprüche und jede Menge Spielraum zur Interpretation lässt.

 

Die Ministerin muss liefern! Sie muss frühzeitig die Details zur geplanten Rückkehr zum G9 offenlegen, sie muss klarstellen, wie sie sich zukünftig die schulische Inklusion in NRW vorstellt und was die Schulformen von ihr erwarten dürfen, die nicht Gymnasien sind.

Vor allem aber muss sie den Lehrerinnen und Lehrern gegenüber offenlegen, womit sie demnächst bei Besoldung und Arbeitszeiten bei der Landesregierung rechnen müssen.

Es wird Zeit für Konzepte – das Aufzählen von Baustellen ist zu wenig. Wir werden als SPD-Fraktion darauf drängen, dass die neue Regierung endlich konkret wird.“

25. August 2017