20. Oktober 2011 | Meldung

Deutsch-türkisches Begegnungsfest in Baesweiler

Begegnungsfest in Baesweiler anlässlich des 50. Jahrestages des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens: Bulkan Ersoy, Ulrich Freese, Eva-Maria Voigt-Küppers und Integrationsminister Guntram Schneider

Die Moschee in Baesweiler hatte ihre Türen weit geöffnet, um allen denen Platz zu bieten, die kürzlich gemeinsam das 50. Jubiläum des Anwerberabkommens zwischen der Türkei und Deutschland feiern wollten.

„Wenn Moslems und Christen gemeinsam ihre himmlischen Verbindungen nutzen, klappt es auch mit dem Wetter“, freut sich Bulkan Ersoy, als er über 300 Gäste bei herrlichstem Sonnenschein begrüßte. Auch die Zahl der Ehrengäste war beachtlich: Unter ihnen der türkische Generalkonsul Mustafa Kamal Basa, Ulrich Freese, stellvertretender IGBCE Bundesvorsitzender und der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider. In seiner Rede erinnerte Ulrich Freese an die ersten Menschen, die aus der Türkei kamen. Meist waren es Männer, die in Wohnheimen untergebracht waren und ihre Familien Zuhause gelassen hatten. Ein paar Jahre wollten sie hier bleiben und dann wie der zurückgehen…Sie blieben länger, ihre Familien kamen nach und NRW wurde zum Einwanderungsland „Heute wissen wir, dass die Anwerbung Deutschland nachhaltig geändert hat“, führte Freese aus. „NRW hat an kultureller Vielfalt gewonnen und wir haben gelernt, immer mehr Europäer zu sein.“ Auch der Generalkonsul betonte, dass sich die Nationen gegenseitig beeinflusst und voneinander gelernt hätten.Große Zustimmung fand auch die Rede von Guntram Schneider, der für mehr Teilhabe der türkischen Mitbürger warb. Er machte der IGBCE ein großes Kompliment, indem er feststellte, dass ausländische Mitbürger schon seit langem an der betrieblichen Mitbestimmung partizipieren könnten.

„In Deutschland kann ein Türke stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von RWE werden, aber nicht mitbestimmen, wer ihn in seinem kommunalen Parlament vertritt“, mahnte er an. Eindeutig stellte er klar, dass somit zur gesellschaftlichen Teilhabe auch politische Teilhabe gehört. Deshalb forderte er das kommunale Wahlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger einer Stadt.

Ein gelungenes Fest, so meine ich. Ein warmes und herzliches Begegnungsfest. Ein Fest der deutsch-türkisches Freundschaft. Diese Begegnungen müssen wir weiter vorantreiben. So wie wir die Freundschaft pflegen müssen. Wir werden – angesichts weiterer Probleme, die wir bewältigen müssen – auf niemanden verzichten können. Gemeinsam müssen wir die Chance begreifen, unser Land, unsere Kulturen und unsere Vielfalt weiterzuentwickeln.