Zweite Woche: Donnerstag

Der Wecker klingelt um 7 Uhr – später als zuhause. Nach dem Frühstück bin ich gegen 9 Uhr im Landtag. Es gibt eine kurzfristige Änderung der Tagesordnung, die der Ältestenrat festgelegt hat: Der Tagesordnungspunkt, zu dem ich reden sollte, verschiebt sich dadurch nach vorn, ich muss aber nicht als erste reden. Dieses Privileg liegt immer bei der Fraktion, die das Thema beantragt hat, in diesem Fall der CDU. Dann folgen die Rednerinnen und Redner nach Fraktionsstärke, ich rede für die SPD, dann kommen FDP, AfD, Grüne und zuletzt spricht die Ministerin für die Landesregierung.
Das Präsidium achtet genau darauf, dass keine Rede länger ist als fünf Minuten, sodass jeder Tagesordnungspunkt immer eine halbe Stunde dauert. Ich folge der Rede des CDU-Kollegen und mache mir einige handschriftliche Anmerkungen in mein Manuskript, um auf seine Argumente zu antworten. Dann geht es für mich selbst ans Redepult.
Mittags trifft sich die Mittelrheinrunde. Neun SPD-Landtagsabgeordnete, ergänzt um weitere wichtige Politiker aus dem Regierungsbezirk Köln, kommen hier an jedem Plenar-Donnerstag zusammen, um Themen zu besprechen, die für die Region von Bedeutung sind. Auch hier gilt wieder: Kommunikation ist unverzichtbar. Unser Schul-Arbeitskreis hat für den Nachmittag einen Professor eingeladen, der uns als Experte berät. Ihn müssen wir zwischendurch leider für zehn Minuten sitzen lassen, weil es eine Abstimmung im Plenum gibt. Ein weiterer Gesprächstermin steht am späteren Nachmittag an, um 18 Uhr trifft sich dann noch einmal der Fraktionsvorstand. Die Plenarsitzung wird gegen 20:30 Uhr geschlossen, den Landtag verlasse ich Richtung Hotel gegen 21:30 Uhr.

 
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