Zweite Woche: Mittwoch

Der erste Plenartag. Das Plenum, wie man es aus dem Fernsehen kennt, kommt nur etwa einmal im Monat für zwei oder drei Tage zusammen. Hier treffen alle 199 Landtagsabgeordneten und die Mitglieder der Landesregierung aufeinander. Die Arbeitskreis- und Ausschusssitzungen dienen der Vorbereitung für die Plenarsitzungen, denn Beschlüsse können nur hier gefasst und Gesetze nur hier verabschiedet werden.
Bereits um 9 Uhr bin ich in Düsseldorf, weil es fast immer kurzfristige Änderungen gibt, auf die man eventuell reagieren muss. Zu jedem Plenartag gehört eine Aktuelle Stunde. Hier unterrichtet die Landesregierung die Abgeordneten und die Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen. Die Aktuelle Stunde erhält immer hohe Aufmerksamkeit, deswegen sind jetzt auch Journalisten von Fernsehen und Radio im Landtag und die Besucher- und Pressetribüne gut gefüllt. An Plenartagen gibt es immer zahlreiche weitere Termine neben der eigentlichen Landtagssitzung, denn nur dann sind garantiert alle Abgeordneten und Minister im Haus.
Von 12 bis 14 Uhr habe ich zwei fraktionsinterne Termine, die der Abstimmung dienen. Eine Mittagspause gibt es eigentlich nicht – nur kurz kann ich mir ein Brötchen holen und muss dann zu einer Abstimmung in den Plenarsaal. Wenn eine Abstimmung ansteht, piepen überall im Haus die Handys und Tablets. Wir alles stehen und liegen und eilen in den Plenarsaal.
Um 16:45 Uhr ist der Feierabend noch nicht in Sicht: Ich habe wieder eine Besuchergruppe, die sich den Landtag ansieht und sich nun mit mir austauscht – und über die ich mich aber besonders freue: es sind die Jusos aus dem Kreis Aachen, die mir in meinen Wahlkämpfen sehr geholfen haben. Die Begrüßung fällt deshalb sehr herzlich aus. Anschließend schaffen wir es sogar noch zusammen zu Kaffee und Kuchen. Nach der Verabschiedung komme ich nun dazu, mir den Redeentwurf für den morgigen Tag anzusehen. Für den Abend hat die SPD-Landtagsfraktion Sportlerinnen und Sportler zu einem Empfang eingeladen. Thema ist die Inklusion im Sport, die schon praktiziert wurde, als kaum jemand von schulischer Inklusion gesprochen hat. Uns ist wichtig, dass sich Vereine untereinander austauschen und auch wir aus den erfolgreichen Modellen lernen. Als stellvertretende Fraktionsvorsitzende übernehme ich die Begrüßung.
Die Plenarsitzung läuft parallel weiter, deswegen ist der Empfang ein ständiges Kommen und Gehen. Ende ist an diesem Tag nach 22 Uhr. An solchen Tagen bleibe ich in Düsseldorf im Hotel und gehe vorher mit einer Abgeordnetenkollegin noch ein bisschen am Rhein spazieren.

 
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