Thema: Inklusion

Inklusion wird oft als alleiniges Thema der Schulpolitik gesehen, aber es ist viel mehr: Inklusion bedeutet die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am kompletten gesellschaftlichen Leben. Sei es am Arbeitsplatz, im Vereinsleben oder in der Nachbarschaft.
Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat die Bundesrepublik Deutschland ihre Absicht erklärt, Menschen mit Behinderung eine vollständige Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen. Das ist ein gewaltiger Prozess, in dem leider oft nur die Defizite benannt, aber die Chancen ausgeblendet werden. Deshalb muss Inklusion in den Köpfen anfangen und mit und mit zur Selbstverständlichkeit werden!

Eva-Maria Voigt-Küppers: „Inklusion ist eine gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten“

Heute hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW unter der Überschrift „Was Schulen brauchen“ eine Onlineumfrage zur Inklusion in NRW vorgestellt. Dazu erklärt Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion:

6016-1163„Es freut mich zunächst, dass die Umfrage noch einmal deutlich macht, dass Inklusion prinzipiell von den Lehrkräften begrüßt wird. Das ist Voraussetzung dafür, dass Inklusion gelingt. Im Detail werden aber auch die unterschiedlichen Vorstellungen und Wünsche der Schulen genannt.

Wir werden die Ergebnisse der Umfrage nun in unsere fortlaufenden Beratungen aufnehmen und uns intensiv damit auseinandersetzen. Wir haben immer betont, dass wir uns am Beginn eines Prozesses befinden, den man als Generationsaufgabe begreifen muss. Unser Versprechen, aus Betroffenen Beteiligte zu machen, gilt weiterhin. Deshalb werden wir den guten Dialog mit allen Bildungsakteuren und besonders den Lehrerinnen und Lehrern fortführen. Mit Hilfe der Inklusionsfachberatungen und -koordinatoren werden wir versuchen, das Beratungsangebot für Lehrerinnen und Lehrer zu verbessern. Mit der anstehenden Änderung des Lehrerausbildungsgesetzes werden künftig alle angehenden Lehrerinnen und Lehrer sonderpädagogische Grundlage vermittelt bekommen.

Mit Blick auf die bevorstehende Evaluation wird es nun umso wichtiger, dass wir im Schulterschluss mit allen Beteiligten und im Einvernehmen mit den Kommunen zu guten Lösungen kommen, da Inklusion eine gemeinsame Aufgabe ist.“

24. November 2015

„Wir machen uns stark für das Gelingen der schulischen Inklusion in NRW“

FRAKTION_NRW_LogoHeute debattierte der nordrhein-westfälische Landtag in der Aktuellen Stunde über die Umsetzung der Inklusion in NRW. Im Länderbericht der Vereinten Nationen wurde NRW für seine vorbildliche Einführung und Umsetzung der schulischen Inklusion gelobt. „Die Opposition hat heute aber einmal mehr bewiesen, dass es ihr nicht um Inhalte und nicht um die Kinder geht“, sagen Renate Hendricks, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag, und Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Renate Hendricks: „Erst seit Regierungsübernahme durch Rot-Grün wird in NRW die Inklusion umgesetzt. Dafür bringt das Land bis 2017 eine Milliarde Euro auf. Damit finanziert sie unter anderem 3.200 zusätzliche Lehrerstellen. Es wurden bereits 28.000 Lehrinnen und Lehrer entsprechend fortgebildet. Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hat sich hingegen nicht für das Thema eingesetzt, vielmehr wurde von ihr beispielsweise das für die Lehrerfortbildung zuständige Landesinstitut in Soest geschlossen.
Seit heute liegen vom Ministerium für Schule und Weiterbildung die ersten Ergebnisse der Evaluation des Inklusionsfördergesetzes vor. Darin wird deutlich, dass die Kommunen und die Schulen das ihnen zur Verfügung gestellte Geld nutzen. Laut Gutachten werden jedoch weniger Mittel abgerufen als vom Land geplant: Die Sachausgaben sind wesentlich geringer ausgefallen und die Pauschale für Personal war auskömmlich. Die Regierung stellt innerhalb der nächsten vier Jahre hierfür nochmals zusätzlich 140 Millionen Euro zur Verfügung.“

Eva-Maria Voigt-Küppers: „Wir machen uns stark für das Gelingen der schulischen Inklusion und nehmen die Klagen und Sorgen der Eltern ernst. Deshalb werden wir die weitere Entwicklungen sehr genau beobachten, um an Problemstellen nachzusteuern.“

21. Mai 2015

Bundesteilhabegesetz als Motor der Menschenrechte

IMG_6166_2qDie SPD-Fraktion hat sich als erste Landtagsfraktion zusammen mit der Grünen-Fraktion umfassend zu den Anforderungen an ein Bundesteilhabegesetz positioniert. Der dazugehörige Antrag der beiden Koalitionsfraktionen wurde heute im Landtag verabschiedet. „Mit diesem ist es uns gelungen, die Anliegen der Menschen mit Behinderung und der Kommunalpolitik miteinander zu verbinden“, sagt Josef Neumann, Inklusionsbeauftragter der SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag.

„Wir haben die Initiative ergriffen, eine umfassende Reform des Rechts der Menschen mit Behinderung zu einem modernisierten Teilhaberecht im Bund anzustoßen. Diese Menschen haben einen Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben, gleichberechtigte Teilhabe und bundesweit gleichwertige Lebensverhältnisse. Daher fordern wir ein Bundesteilhabegesetz, das die Herauslösung der Leistungen für Menschen mit Behinderung aus dem Fürsorgesystem vollzieht – in Verbindung mit einer dauerhaften, nachhaltigen Entlastung der Kommunen durch den Bund, die über den reinen Ausgleich der Kostendynamik im Bereich Eingliederungshilfe hinausgeht. Darin müssen bundeseinheitliche Verfahren zur Bedarfsermittlung, Standards für Leistungsangebote, Präzisierung der Regelungen der Kooperation und Koordinierung der Rehabilitationsträger, insbesondere in regionalen Arbeitsgemeinschaften, in einem Bundesteilhabgesetz festgelegt werden.“

Eva-Maria Voigt-Küppers ergänzt: „Weitere Maßnahmen sind die Einführung eines Bundesteilhabegeldes, die Verwirklichung eines inklusiven Arbeitsmarktes, die Abschaffung der Ungleichbehandlung in der Pflegeversicherung für pflegebedürftige Menschen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Das Teilhabegesetz ist das Schlüsselelement, um Teilhabe und Selbstbestimmung zu stärken und zugleich finanzielle Entlastungen für die Kommunen zu schaffen.

Das würde zu bedarfsgerechteren, spezifischeren und kosteneffizienteren Leistungen führen. Das Bundesteilhabegesetz ist noch in der laufenden Legislaturperiode zu verabschieden.“

30. April 2015

Einladung zum Landtagsempfang: Ehrenamt im Sport – Förderung und Inklusion

LT-Talk_EhrenamtSport-750Die Förderung des Sports und des damit verbundenen Ehrenamtes ist der SPD-Landtagsfraktion ein wichtiges Anliegen. Wir wissen um die vielen ehrenamtlich tätigen Menschen, die sich im und für den Sport in ihrer Freizeit engagieren. Sie organisieren durch ihre ehrenamtliche Arbeit den Sportbetrieb und tragen damit zu dessen Gelingen maßgeblich bei.

Wir möchten ihnen mit dieser Veranstaltung für diese Arbeit danken und Ihnen an diesem Abend die Möglichkeit geben, sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Aufgrund der politischen Aktualität haben wir uns bei dieser Erstveranstaltung auf das Thema Inklusion konzentriert.

Nach den Redebeiträgen besteht die Möglichkeit zum informellen Austausch und zur Vorstellung von Projekten bei einem Imbiss und Getränken.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung gibt es auf den Seiten der SPD-Landtagsfraktion.

22. April 2015

„Ausgrenzung von Behinderten im Nahverkehr verhindern“

Der Verband der Verkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen (VdV) hat zum 1. Januar seinen Mitgliedsunternehmen mitgeteilt, dass sie aus Sicherheitsgründen keine Beförderungspflicht mehr für Menschen mit Behinderungen haben, die mit Elektromobilen (E-Scootern) transportiert werden wollen. Dazu erklärt Josef Neumann, inklusionspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag:

Josef Neumann MdL, integrationspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion

Josef Neumann MdL, integrationspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion

„Menschen mit Behinderungen sind besonders darauf angewiesen, dass sie umfänglich den Öffentlichen Nahverkehr nutzen können. Dies gilt nicht zuletzt für den kommunalen Linienbusverkehr. Es muss gewährleistet sein, dass gehandicapte Menschen in einer Gemeinde von A nach B gelangen können. Mobilität ist ein hohes Gut in unserer modernen Gesellschaft und unabdingbare Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Umso mehr verärgert es mich, dass der VdV nun seine Verkehrsunternehmen dazu auffordert, ab sofort aus vermeintlichen Sicherheitsbedenken heraus, eine Mitnahme von Menschen mit E-Mobilen zu verweigern. Dies betrifft auch viele ältere Mitmenschen, die zunehmend auf diese Mobile zurückgreifen.“

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08. Januar 2015