Thema: Schule und Bildung

Seit mehr als 40 Jahren ist Bildung mein Herzensthema. Denn Teilhabe und Selbstbestimmung in unserem Leben wird dadurch bestimmt, welche Bildung wir erfahren.

2012 wurde ich in den Vorstand der SPD-Fraktion gewählt und habe im Bereich Schule und Weiterbildung seitdem meinen Arbeitsschwerpunkt. Im zuständigen Ausschuss beraten wir aktuelle Themen der Bildungspolitik, wir führen Expertenanhörungen durch und bereiten Gesetze vor. Als Bildungspolitikerin besuche ich Schulen in ganz NRW, tausche mich regelmäßig mit Eltern, Lehrern und Schülern aus und stecke meine ganze Kraft in dieses Thema.

Schulbesuch in Herne

Am Freitag hat die Landtagsabgeordnete und stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Eva Voigt-Küppers die Erich-Fried-Gesamtschule in Herne besucht.
Vor einigen Monaten hat die Schule große Aufmerksamkeit bekommen, weil Schülerinnen und Schüler eine eigene Umfrage zum Thema Stress durchgeführt hatten. Beispielsweise das WDR Fernsehen hatte über diese Aktion berichtet.

Schulbesuch in Herne
Diskussion mit Schülerinnen an der Erich-Fried-Gesamtschule in Herne

Nach einem Petitionsgespräch, das bereits Ende 2018 im Landtag stattgefunden hatte, war nun Zeit für den Gegenbesuch. Voigt-Küppers hatte hierbei Gelegenheit, intensiv mit den Schülerinnen, die kurz vor dem Abitur stehen, zu sprechen. Die Abgeordnete zog ein positives Fazit aus dem Gespräch: „Es freut mich zu sehen, wie sehr sich junge Menschen mit ihrer Zukunft auseinandersetzen. Bitte macht mit eurem Engagement weiter und mischt euch ein!“
Vereinbart wurde, dass man im Kontakt bleibt. Voigt-Küppers sagte, gerade in der derzeitigen Programmdiskussion der NRW SPD seien derartige Begegnungen sehr wichtig und jeder Input hilfreich.

02. Februar 2019

Eva Maria Voigt-Küppers / Jochen Ott: „Jede Schule sollte Talentschule sein“

NRW-Schulministerin Gebauer hat heute 35 Schulen vorgestellt, die künftig als sogenannte Talentschulen gefördert werden. Dazu erklären Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende, und Jochen Ott, schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

Eva Maria Voigt-Küppers / Jochen Ott: „Jede Schule sollte Talentschule sein“

Eva-Maria Voigt-Küppers: „Überall in unserem Land klagen die Schulen über zu wenige Lehrkräfte. Jetzt sollen 35 Talentschulen an den Start gehen, die dafür mit zusätzlichen personellen Ressourcen vom Land unterstützt werden. Wo sollen diese Ressourcen denn herkommen? Müssen dafür die anderen Schulen in unserem Land ihre Kontingente abgeben? Es darf nicht sein, dass die Talentförderung von wenigen zulasten des Talents der anderen geht. Jede Schülerin und jeder Schüler habe es verdient, dass ihre individuellen Talente gefördert werden.“

Jochen Ott: „Jede Schule sollte eine Talentschule sein. Die Talente unserer Kinder fördern wir aber am besten durch längeres gemeinsames Lernen, die Ausweitung des Ganztags und die Einführung eines schulscharfen Sozialindexes zur gerechten Ressourcenausstattung der Schulen. Dies alles wird von dieser Landesregierung aber gegen jede wissenschaftliche Vernunft entweder nur stiefmütterlich oder gar nicht behandelt. Stattdessen verschärft sie mit ihrem Ansatz der Talentschule nur die soziale Segregation in unserem Schulsystem.“

01. Februar 2019

Schulen sind nicht der Ausbildungsplatz der Wirtschaft

CDU und FDP wollen im Schuljahr 2020 ein Unterrichtsfach „Wirtschaft“ an Schulen in NRW zusätzlich einführen. Damit wird der Anteil gesellschaftswissenschaftlicher Themengebiete im Unterricht noch mehr in den Hintergrund gedrängt, als es ohnehin schon der Fall ist. SPD und Grüne plädieren im Gegensatz dafür, die politische Bildung und Demokratiekompetenz von Schülerinnen und Schülern im Fächerkanon zu stärken. Hierzu bringen sie heute einen entsprechenden Antrag ins Plenum ein. Jochen Ott, schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, und Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW, erklären dazu:

 

Jochen Ott:

„Mit der geplanten Einführung eines Unterrichtsfachs ,Wirtschaft‘ stellt die Landesregierung die Weichen an unseren Schulen in die falsche Richtung. Es ist nicht Aufgabe unseres Bildungssystems, Wirtschaftsinteressen in die Köpfe unserer Kinder zu pflanzen. Wir haben in Deutschland kein Wirtschaftsproblem. Was wir brauchen, ist mehr Bildung in Demokratiekompetenz und politischer Teilhabe. Hinzu kommt: Schon jetzt ist der Anteil wirtschaftlicher Themenschwerpunkte im Lehrplan gegenüber gesellschaftswissenschaftlichen Lernbereichen stark überrepräsentiert. Das weiß auch die Landesregierung. Um der Wirtschaft trotzdem noch mehr zu gefallen, nennt sie das Fach „Politik/Wirtschaft“ künftig „Wirtschaft-Politik“. Was auf den ersten Blick wie ein simpler Etikettenschwindel aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung jedoch als ideologiegetriebene Wirtschaftshörigkeit.“

 

 

Sigrid Beer:

„Demokratie fällt nicht vom Himmel. Demokratie muss man immer wieder lernen. Das ist besonders wichtig in Zeiten, in denen Grundrechte infrage gestellt werden, menschfeindliche Tiraden, Antisemitismus und NS-Parolen wieder vermehrt verbreitet werden. Die Rückkehr zu G9 wäre eine Chance, diesem Trend – nicht nur am Gymnasium – mit zusätzlicher Lernzeit für Demokratiebildung entgegenzuwirken. Doch die zuständige Ministerin steckt diese Lernzeit lieber ideologiegetrieben in die völlig überflüssige Einführung eines Schulfachs Wirtschaft. Dabei ist ökonomische Bildung in den bisherigen Lehrplänen bereits fest verankert. Ministerin Gebauer sorgt außerdem mit ihrem chaotischen Vorgehen für Verwirrung an den Schulen. Einerseits verkündet sie, Wirtschaft solle ab kommendem Sommer schon im Gymnasium Pflichtfach werden. Andererseits legt sie aber im Entwurf der neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung noch nicht einmal eine Rechtsgrundlage dafür vor.“

13. Dezember 2018

„Schenken Sie uns eine Schulstunde Ihrer Zeit“ – Eva Voigt-Küppers besuchte das Heilig-Geist-Gymnasium

Unter dem Motto „Schenken Sie uns eine Schulstunde Ihrer Zeit“ lädt der nordrhein-westfälische Verband Deutscher Privatschulen jährlich Abgeordnete in seine Schulen ein. Der Besuch im Würselener Heilig-Geist-Gymnasium war für die Landtagsabgeordnete eine kleine Reise in die eigene Vergangenheit: „Als Kind habe ich mit meiner Mutter in der Abtei immer Obst gekauft“, erinnerte sich Voigt-Küppers, die selbst in Broichweiden aufgewachsen ist.

 

„Schenken Sie uns eine Schulstunde Ihrer Zeit“ – Eva Voigt-Küppers besuchte das Heilig-Geist-Gymnasium

Austausch mit der Schulleitung: Christoph Barbier, Eva Voigt-Küppers MdL und Maria Foerster

Im Vorgespräch stellten zunächst Christoph Barbier (Schulleiter) und Maria Foerster (stv. Schulleiterin) das HGG vor, das sich seit vielen Jahrzehnten großer Beliebtheit in der Region erfreut. 800 Schülerinnen und Schüler sowie ein Kollegium mit 70 Lehrerinnen und Lehrer füllen das HGG täglich mit Leben.

Der Leitspruch der Schule lautet „An deiner Seite“. Schülerinnen und Schüler sollen dabei ihren eigenen Weg gehen und Erfahrungen machen – sie werden dabei aber jederzeit und umfassend durch die Schule betreut, wie Barbier erklärte. Im Programm hat das HGG dabei ein breit gefächertes Angebot, das unter anderem eine Archäologie-AG, ein Orchester, den eigenen Schulgarten mit Bienenstand und eine Robotik-AG umfasst.

 

„Schenken Sie uns eine Schulstunde Ihrer Zeit“ – Eva Voigt-Küppers besuchte das Heilig-Geist-Gymnasium

Diskussion mit Schülerinnen und Schülern der Q2

Gut eine Stunde lang diskutierte Voigt-Küppers mit Schülerinnen und Schülern aus der Q2. Die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten hatten sich gut auf das Gespräch vorbereitet und aus ihren Beiträgen sprach echtes Interesse an der Arbeit der Abgeordneten und Politik im Allgemeinen.
Gesprächsthema war etwa das Kommunalabgabengesetz des Landes. Dieses fordert von den Kommunen unter anderem, den Neubau und die Sanierung von Straßen auf die Anwohner umzulegen. Die SPD im Landtag setzt sich derzeit für eine Abschaffung dieses Paragraphen ein. „Alte Menschen, die in ihrem abbezahlten Häuschen wohnen, kann es in den Ruin treiben, wenn sie plötzlich 10.000 Euro für die Sanierung ihrer Straße bezahlen müssen“, sagte Voigt-Küppers dazu. Die SPD-Fraktion fordere, dass die Mittel, die die Anwohner derzeit aufbringen müssen, aus der Landeskasse entnommen werden. „Aber natürlich geht das nicht unbegrenzt. Wir Politiker müssen unsere Vorhaben mit Geld hinterlegen, wissen aber sehr genau, dass es eine Decke ist, an der von vielen Seiten gezogen wird.“

 

Insgesamt standen aber die Zukunftsthemen der jungen Menschen klar im Mittelpunkt: „Wieso kommt es beim Zugang zum Medizinstudium so sehr auf die Abiturnote an?“ oder „Wieso ist die Anerkennung für nicht-akademische Berufe so gering?“.
Eine Schülerin berichtete von ihrer Absicht, einen handwerklichen Beruf zu erlernen, worauf Betriebe aber oftmals nicht eingestellt seien. Voigt-Küppers stimmte zu, dass hier nach wie vor großer Handlungsbedarf bestehe. „Mein verstorbener Mann hatte einen Malerbetrieb und hat immer versucht, auch junge Frauen für dieses Handwerk anzuwerben. So etwas erfordert beispielsweise getrennte Toiletten oder Umkleideräume, was für den Zehn-Mann-Betrieb schon ein Problem darstellt.“ Es sei oft schwierig für die Politik, den Mittelweg zu finden zwischen Regelungen im Interesse der Beschäftigten und gleichzeitig der Zumutbarkeit für die Betriebe. „Als junge Frau guckt man leider nach wie vor oft in die Röhre“, stimmte Voigt-Küppers zu.

 

Nach einer Stunde zog die Landtagsabgeordnete eine positive Bilanz aus der Diskussion: „Es stört mich, dass so oft von der politikverdrossenen Jugend gesprochen wird. Denn junge Menschen haben politische Interessen und sie äußern sich auch kritisch. Gerade in kontroversen Gesprächen zeigt sich respektvoller Umgang miteinander. So funktioniert unsere Demokratie.“

27. November 2018

„Nicht mehr Wirtschaft, sondern mehr Demokratie wagen!“

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat heute ihre Pläne zur Einführung des Schulfachs Wirtschaft vorgestellt. Dazu erklären Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, und Jochen Ott, schulpolitischer Sprecher:

„Nicht  mehr Wirtschaft, sondern mehr Demokratie wagen!“„Wenn die CDU-FDP-Koalition wieder einseitig auf das Rufen der Wirtschaft hört, wird sie die Fehler der Vergangenheit wiederholen, hat sie immer noch nicht aus der G8-Misere gelernt? Schule muss vom Kinde aus konzipiert werden. Dort müssen primär dem Kind alle Fähigkeiten und Kompetenzen zuteilwerden, um ihm die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Wenn die schwarz-gelbe Koalition auf mehr Wirtschaft setzt, plädieren wir für mehr Demokratie und politische Bildung, schließlich ist die politische Bildung ein Garant für unsere Demokratie, deshalb wollen wir wieder mehr Demokratie wagen.“

26. November 2018