Thema: Würselen

Im Haus des Grenzlandkarnevals

Seit ungefähr zweihundert Jahren existieren Karnevalsvereine in Nordrhein-Westfalen. Diese Geschichte für das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirkes Aachen (Erkelenz bis Monschau, Aachen bis Düren) zu dokumentieren, ist die Aufgabe des Hauses des Grenzlandkarnevals in Würselen.

Eva-Maria Voigt-Küppers hat in der vergangenen Woche das Haus des Grenzlandkarnevals besucht. Das Archiv- und Dokumentationszentrum befindet sich in Trägerschaft des VKAG (Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandvereine e.V.), dem Dachverband von über 160 Karnevalsvereinen im Aachener Grenzland.

Mit über 120.000 Archivalien ist das Haus des Grenzlandkarnevals das zweitgrößte Archiv- und Dokumentationszentrum seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Das Archiv umfasst u. a. Presseartikel, Festschriften, Einladungen, Eintrittskarten, Sitzungsprotokolle, Geschäftsdokumente von Vereinen, Schallplatten, Musik- und Videokassetten und über 14.000 Karnevalsorden, die die Vielfalt und lange Geschichte des karnevalistischen Brauchtums in der Aachener Region veranschaulichen.

Darüber hinaus werden in einer Ausstellungsfläche, besondere Exponate des Archivs ausgestellt.

Weitere Informationen sind auf der Website des VKAG zu finden:
http://www.grenzlandkarneval.de/

29. März 2019

In Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen hat keine Kita nach 17 Uhr geöffnet

Die SPD-Landtagsfraktion wollte von der schwarz-gelben Landesregierung einen Überblick über die Öffnungszeiten der Kitas im Land und hat dazu eine Kleine Anfrage gestellt. Die Antwort liegt nun vor. Dazu erklärt die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers:

„Das Ergebnis ist erschütternd: Landesweit haben nur 4 Prozent der Kitas noch nach 17 Uhr geöffnet. Das ist vor allem für Alleinerziehende und Familien, in denen beide Eltern berufstätig sind, ein großes Problem. Unter den Einrichtungen in Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen zählt keine zu dieser Gruppe. Die meisten Kindertagesstätten schließen bis 16:30 Uhr, nur einige Einrichtungen in Alsdorf und Herzogenrath haben bis 17 Uhr geöffnet – aber nicht darüber hinaus.

Baesweiler Kita 2015 Bürgermeisterwahlkampf

Wir wollen, dass für alle Eltern in Nordrhein-Westfalen eine Kita mit Öffnungszeiten von 7 Uhr bis 18 Uhr wohnortnah zu erreichen ist. 

Die schwarz-gelbe Landesregierung hat angekündigt, 100 Millionen Euro für die Ausweitung der Öffnungszeiten bereitzustellen. Das Geld kommt zu 80 Prozent von Bundesfamilien-ministerin Franziska Giffey (SPD) und zu 20 Prozent von den Kommunen. Eigene Mittel stellt die schwarz-gelbe Landesregierung nicht zur Verfügung, um das Problem anzugehen. Das ist ein schweres Versäumnis, auf das wir frühzeitig hingewiesen haben.

Gleichzeitig wollen wir dafür sorgen, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Wohl und den Belangen von Kindern auf der einen und den Zeitansprüchen der Eltern aufgrund ihrer Berufstätigkeit auf der anderen Seite gewährleistet wird. Dabei gilt für uns das Prinzip ,9 Stunden am Tag sind genug‘.

Die Anzahl der jährlichen Schließtage soll ohne Samstage, Sonn- und Feiertage zwanzig Tage im Jahr nicht überschreiten. Doch mehr als zwei Drittel der Kitas in NRW nutzen die gesetzlichen Spielräume und schließen länger. Dies ist für viele Eltern, insbesondere für Alleinerziehende ein Problem. Im Sinne der Eltern muss das Land die Kitas stärker unterstützen. Die bisherigen Pläne zementieren allerdings den Status Quo mit starren Buchungszeiten und ohne nachhaltige Finanzreform für zusätzliches Personal.“

In Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen hat keine Kita nach 17 Uhr geöffnet

Die Antwort der Kleinen Anfrage ist unter folgendem Link abrufbar:

https://www.landtag.nrw.de/Dokumentenservice/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-5020.pdf

12. Februar 2019

Fördermittelbescheide an Baesweiler, Herzogenrath und Würselen übergeben

Die Regierungspräsidentin für den Regierungsbezirk Köln, Gisela Walsken, hat in dieser Woche Fördermittelbescheide an die Nordkreis-Kommunen Baesweiler, Herzogenrath und Würselen übergeben. Aus Mitteln des Landeshaushalts werden hiermit wichtige Projekte für die Stadtentwicklung unterstützt:

 

Fördermittelbescheide an Baesweiler, Herzogenrath und Würselen übergeben

Symbolbild: Geltungsbereich des InHK Baesweiler

 

Hintergrund der jeweiligen Integrierten Handlungskonzepte ist ein ganzheitlicher Ansatz zur Modernisierung von Innenstädten. Um Fördermittel beim Land zu beantragen, müssen Kommunen ein geschlossenes Konzept vorlegen, das beispielsweise Stadtentwicklung, Verkehrsflächen und Sozialräume in Verbindung miteinander setzt. Gefördert werden können hierbei auch private Maßnahmen.

29. November 2018

„Schenken Sie uns eine Schulstunde Ihrer Zeit“ – Eva Voigt-Küppers besuchte das Heilig-Geist-Gymnasium

Unter dem Motto „Schenken Sie uns eine Schulstunde Ihrer Zeit“ lädt der nordrhein-westfälische Verband Deutscher Privatschulen jährlich Abgeordnete in seine Schulen ein. Der Besuch im Würselener Heilig-Geist-Gymnasium war für die Landtagsabgeordnete eine kleine Reise in die eigene Vergangenheit: „Als Kind habe ich mit meiner Mutter in der Abtei immer Obst gekauft“, erinnerte sich Voigt-Küppers, die selbst in Broichweiden aufgewachsen ist.

 

„Schenken Sie uns eine Schulstunde Ihrer Zeit“ – Eva Voigt-Küppers besuchte das Heilig-Geist-Gymnasium

Austausch mit der Schulleitung: Christoph Barbier, Eva Voigt-Küppers MdL und Maria Foerster

Im Vorgespräch stellten zunächst Christoph Barbier (Schulleiter) und Maria Foerster (stv. Schulleiterin) das HGG vor, das sich seit vielen Jahrzehnten großer Beliebtheit in der Region erfreut. 800 Schülerinnen und Schüler sowie ein Kollegium mit 70 Lehrerinnen und Lehrer füllen das HGG täglich mit Leben.

Der Leitspruch der Schule lautet „An deiner Seite“. Schülerinnen und Schüler sollen dabei ihren eigenen Weg gehen und Erfahrungen machen – sie werden dabei aber jederzeit und umfassend durch die Schule betreut, wie Barbier erklärte. Im Programm hat das HGG dabei ein breit gefächertes Angebot, das unter anderem eine Archäologie-AG, ein Orchester, den eigenen Schulgarten mit Bienenstand und eine Robotik-AG umfasst.

 

„Schenken Sie uns eine Schulstunde Ihrer Zeit“ – Eva Voigt-Küppers besuchte das Heilig-Geist-Gymnasium

Diskussion mit Schülerinnen und Schülern der Q2

Gut eine Stunde lang diskutierte Voigt-Küppers mit Schülerinnen und Schülern aus der Q2. Die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten hatten sich gut auf das Gespräch vorbereitet und aus ihren Beiträgen sprach echtes Interesse an der Arbeit der Abgeordneten und Politik im Allgemeinen.
Gesprächsthema war etwa das Kommunalabgabengesetz des Landes. Dieses fordert von den Kommunen unter anderem, den Neubau und die Sanierung von Straßen auf die Anwohner umzulegen. Die SPD im Landtag setzt sich derzeit für eine Abschaffung dieses Paragraphen ein. „Alte Menschen, die in ihrem abbezahlten Häuschen wohnen, kann es in den Ruin treiben, wenn sie plötzlich 10.000 Euro für die Sanierung ihrer Straße bezahlen müssen“, sagte Voigt-Küppers dazu. Die SPD-Fraktion fordere, dass die Mittel, die die Anwohner derzeit aufbringen müssen, aus der Landeskasse entnommen werden. „Aber natürlich geht das nicht unbegrenzt. Wir Politiker müssen unsere Vorhaben mit Geld hinterlegen, wissen aber sehr genau, dass es eine Decke ist, an der von vielen Seiten gezogen wird.“

 

Insgesamt standen aber die Zukunftsthemen der jungen Menschen klar im Mittelpunkt: „Wieso kommt es beim Zugang zum Medizinstudium so sehr auf die Abiturnote an?“ oder „Wieso ist die Anerkennung für nicht-akademische Berufe so gering?“.
Eine Schülerin berichtete von ihrer Absicht, einen handwerklichen Beruf zu erlernen, worauf Betriebe aber oftmals nicht eingestellt seien. Voigt-Küppers stimmte zu, dass hier nach wie vor großer Handlungsbedarf bestehe. „Mein verstorbener Mann hatte einen Malerbetrieb und hat immer versucht, auch junge Frauen für dieses Handwerk anzuwerben. So etwas erfordert beispielsweise getrennte Toiletten oder Umkleideräume, was für den Zehn-Mann-Betrieb schon ein Problem darstellt.“ Es sei oft schwierig für die Politik, den Mittelweg zu finden zwischen Regelungen im Interesse der Beschäftigten und gleichzeitig der Zumutbarkeit für die Betriebe. „Als junge Frau guckt man leider nach wie vor oft in die Röhre“, stimmte Voigt-Küppers zu.

 

Nach einer Stunde zog die Landtagsabgeordnete eine positive Bilanz aus der Diskussion: „Es stört mich, dass so oft von der politikverdrossenen Jugend gesprochen wird. Denn junge Menschen haben politische Interessen und sie äußern sich auch kritisch. Gerade in kontroversen Gesprächen zeigt sich respektvoller Umgang miteinander. So funktioniert unsere Demokratie.“

27. November 2018

Bürgerdiskussion Ost-West in Chemnitz

Am 9. November jährt sich der Fall der Berliner Mauer. Doch die Unterschiede zwischen Ost und West scheinen momentan größer denn je zu sein. Erfolglos wehren sich Städte wie Dresden, Leipzig und Chemnitz gegen das Image eines fremdenfeindlichen Ostens.

Bürgerdiskussion Ost-West in Chemnitz

Diskutierten mit rund 50 Personen: Eva Voigt-Küppers MdL, Monika Lazar MdB und Vladimir Shikhman

Vladimir Shikhman kommt mit seiner jüdischen Familie aus Russland und ist vor zwei Jahren von Würselen nach Chemnitz gezogen, wo er seit zwei Jahren eine Professur an der Technischen Universität innehat. In Würselen engagierten er und seine Eltern sich viele Jahre bei der Tafel, im Erzählcafé und im Fotozirkel “Klick”. Als es vor rund zwei Monaten zu den rechtsextremen Übergriffen in Chemnitz kam, nahm Shikhman Kontakt zur Würselener Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers auf und bat sie darum, nach Chemnitz zu kommen.

Kürzlich fand nun in Chemnitz eine Dialogveranstaltung statt. Sie stand unter dem Titel „Bürgerdiskussion Ost-West“ und wurde organisiert bzw. unterstützt von katholischer und evangelisch-lutherischer Kirche in Chemnitz, dem Lokalen Aktionsplan der Stadt Chemnitz und dem Fotozirkel Würselen-Chemnitz.

Gemeinsam mit der Grünen-Bundestagsabgeordneten Monika Lazar aus Leipzig und einem sehr engagierten Publikum diskutierte Eva-Maria Voigt-Küppers über die Missverständnisse zwischen Ost und West. Shikhman brachte die Diskussion mit einer Reihe von Stereotypen in Gang: Wessis, die sich über undankbare Ossis beschweren und Ossis, die sich vom Westen als Bürger zweiter Klasse verstanden fühlen. Einig waren sich alle Diskutanten, dass viel zu viel übereinander, aber zu wenig miteinander gesprochen wird. Gerade die sozialen Medien sorgten dafür, dass sich die Bilder in den Köpfen eher noch verfestigen. Das führt zur Spaltung innerhalb unserer Gesellschaft. Die aufgerissenen Gräben zeugen von Unsicherheit, Misstrauen, Ablehnung und Hass im Umgang miteinander.

Voigt-Küppers sagte, es sei entsetzlich und mache sie fassungslos, dass heute wieder Menschen durch die Straßen gejagt würden. „Angst schlägt in Hass um und als Ventil müssen die Menschen herhalten, die bei uns Hilfe und Sicherheit suchen.“

Bürgerdiskussion Ost-West in ChemnitzDen Mauerfall als friedlichen Umbruch in der DDR wird von allen Anwesenden bis heute als ein großes Glück empfunden. Monika Lazar sagte: „Erst die Wende hat es überhaupt möglich gemacht, sich politisch zu engagieren.“ Sie berichtete von der Aufbruchsstimmung in den neuen Ländern, die sie bei der Vereinigung von Bündnis 90 und Grünen miterlebte. Allerdings seien in der Euphorie der Wiedervereinigung handwerkliche Fehler gemacht worden.

Voigt-Küppers stimmte dem zu: „Die Bundesregierung hat viel zu wenig Acht gegeben auf die Menschen in der ehemaligen DDR, auf ihre Belange, Kultur und Traditionen. Stattdessen wurden im Osten mit der Marktwirtschaft ein ganz neues Wirtschaftssystem und eine neue Währung eingeführt. Die Ost-Wirtschaft war in weiten Teilen nicht wettbewerbsfähig, wodurch tausende Menschen ihre Beschäftigung verloren.“

Die rund 50 Anwesenden zogen ein gemeinsames Fazit: Es müsse mehr miteinander gesprochen werden. Die Missverständnisse zwischen Ost und West könnten nur ausgeräumt werden, wenn es einen Dialog und gegenseitige Wertschätzung gibt. Wir sind ein Land und sollten versuchen, uns nicht weiter voneinander treiben zu lassen, und wie in einer zerrütteten Familie uns gegenseitig nicht gleich aufzugeben.

Voigt-Küppers sagte abschließend: „Wir müssen und wir können bei vielen Problemen nachsteuern. Dazu muss aber der politische Wille formuliert werden. Viele Dinge liegen dabei auf der Hand: Eine Angleichung der Renten beispielsweise ist erst für 2025 vorgesehen – 35 Jahre nach der Wiedervereinigung! Das kann viel schneller gehen, wenn wir es nur möchten.“

 

09. November 2018