Der neuen L223 einen Schritt näher

06. März 2017

Der Neubau der L223 zwischen Birk und der Herzogenrather Innenstadt steht seit mehr als zehn Jahren auf der verkehrspolitischen Agenda der Region. Erstmals wurde die Straße 2005 ins Landesstraßenbauprogramm aufgenommen und wird dort immer noch unter der höchsten Prioritätsstufe geführt. Denn die Straße, die Herzogenrath mit der Autobahnanschlussstelle Broichweiden verbindet, ist für die heutigen Verkehrsströme zu schmal und der Untergrund muss dringend erneuert werden.
Anwohner der Niederbardenberger Siedlung, deren Grundstücke teilweise an die bisherige Trasse grenzen, machen sich schon seit Ende der 1990er Jahren für eine Entlastung stark. Der Planfeststellungsbeschluss vom Dezember 2011 war allerdings beklagt worden, weshalb das Verfahren ruhen musste. Die gute Nachricht: Die Klage wurde inzwischen abgewiesen und der Planfeststellungsbeschluss ist damit rechtskräftig.

 

Der neuen L223 einen Schritt näher

Präsentation der Trasse: Eva-Maria Voigt-Küppers, der Sprecher der Bürgerinitiative, Alfred Lange, und Bürgermeister Christoph von den Driesch.

Über diese Entwicklungen informierten Bürgerinitative und Landes-Straßenbauverwaltung in der vergangenen Woche die Anwohner. Das Interesse war so groß, dass der Walter-Meyer-Treff am Niederbardenberger Sportplatz aus allen Nähten platzte. Einige Zuhörer konnten die Veranstaltung nur von außen verfolgen.
Die wichtigste Information für die Anwohner ist: Die Niederbardenberger Siedlung wird künftig durch einen Lärmschutzwall geschützt. Zusätzlich wird die Straße ab der Kreuzung Finkenweg mehr Abstand zu Niederbardenberg bekommen. Für einen besseren Verkehrsfluss werden Kreuzungen durch Kreisverkehre ersetzt. Mit dem Planfeststellungsbeschluss ist die Straße nun grundsätzlich genehmigt. Einen sogenannten Erörterungstermin, bei dem Anlieger und Grundstücksbesitzer Anmerkungen anbringen konnten, gab es bereits vor mehreren Jahren. Deshalb kann auch die geplante Trassenführung nicht mehr verändert werden.

 

Alle Beteiligten machten allerdings klar, dass die Frage „wann kommt der Bagger?“ nicht beantwortet werden kann. Eva-Maria Voigt-Küppers, die seit mehreren Jahren im regen Austausch mit der Bürgerinitative steht, zeigte sich in der Versammlung dennoch optimistisch: „Wir haben hier drei große Vorteile: Erstens gibt es keinen Streit um diese Straße, es gibt sogar eine Bürgerinitative dafür. Das ist die Ausnahme! Zweitens ist die Maßnahme mit Kosten von sieben bis zehn Millionen Euro aus Sicht des Landeshaushalts nicht besonders teuer. Drittens stehen im Landeshaushalt insgesamt mehr Mittel für Straßenbauprojekte zur Verfügung.“
Wann mit dem Bau begonnen werden kann, steht aber frühestens Ende 2017 fest. „Die Straße muss dazu in den Landeshaushalt 2018 aufgenommen werden. Ich kann nicht versprechen, dass das klappt, aber ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen“, so Voigt-Küppers.

 

Erst wenn die Finanzierung gesichert ist, kann mit dem Grundstückserwerb begonnen werden, ergänzte der Landesbetrieb Straßen. Auch dann können erst die Verhandlungen mit Grundbesitzern begonnen werden. Man sei aber auch hier optimistisch, zu einer Lösung zu kommen, die alle am Ende zufriedenstelle.

Themen: Bauprojekt L223, Herzogenrath, Im Wahlkreis, Infrastruktur und Verkehr, Würselen