Gespräch bei der DGB-Jugend: „Wo bleibt das Azubi-Ticket?“

14. September 2018

In seiner Regierungserklärung vom 3. Juli 2017 sagte Ministerpräsident Armin Laschet zu, ein landesweites Azubi-Ticket einzuführen. Für die Einführung eines solchen Tickets hatten sich im Landtagswahlkampf 2017 vor allem die NRW.Jusos, aber auch die Jugendverbände der DGB-Gewerkschaften starkgemacht und die NRW SPD hatte es in ihr Wahlprogramm aufgenommen.

 

Gespräch bei der DGB-Jugend: „Wo bleibt das Azubi-Ticket?“

André Ludewig, Daniela Jansen, Clea Stille, Eva-Maria Voigt-Küppers MdL, Daniel Rogowski

Gemeinsam mit der SPD-Städteregionsratskandidatin Daniela Jansen hat die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers heute die DGB-Jugend in Aachen besucht. Die jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter nutzten das Gespräch, um ihrem Unmut Luft zu machen.

Die DGB-Jugendbildungsreferentin Clea Stille forderte: „Um Auszubildende finanziell zu entlasten und ihnen mehr Möglichkeiten zu geben, sollte die Landesregierung endlich gemeinsam mit den Verkehrsverbünden handeln: Wir brauchen ein NRW-weites und bezahlbares Azubi-Ticket, das alle Auszubildenden erwerben können, um den gesamten Nahverkehr im Bundesland rund um die Uhr zu nutzen.“

Einen persönlichen Einblick gewährte auch André Ludewig von der DGB-Jugend: „Ich habe mit 15 Jahren meine Ausbildung begonnen und musste jeden Tag 22 Kilometer mit dem Mofa zum Betrieb fahren. Das hat mich pro Strecke 45 Minuten bei Wind und Wetter gekostet. Mit einem Azubi-Ticket hätte wäre ich wettergeschützt mit dem Bus eine halbe Stunde unterwegs gewesen. Das Monatsticket hätte aber 120 Euro monatlich gekostet, was bei einer Ausbildungsvergütung von knapp 420 Euro netto viel zu viel gewesen wäre.“

 

Dem pflichtete auch Daniela Jansen bei. Jansen war als Landtagsabgeordnete fünf Jahre Mitglied des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales und gehört auch dem Sozialausschuss der Städteregion an: „Wir wollen und müssen die Berufsausbildung attraktiver machen. Ein Azubi-Ticket ist hierfür eine sehr gute Maßnahme: Es bedeutet wenig Aufwand und verursacht im Landeshaushalt nur geringe Kosten. Und gerade Azubis, die in der Städteregion teilweise weite Wege zurücklegen müssen und nur eine geringe Ausbildungsvergütung beziehen, sind auf ein solches Azubi-Ticket angewiesen. Außerdem schließt es eine Lücke zu den Studierenden in NRW, für die ein Semesterticket seit vielen Jahren selbstverständlich ist.“

Eva Voigt-Küppers kritisierte im Rahmen des Gesprächs die nordrhein-westfälische Landesregierung grundsätzlich: „Ich erinnere mich noch gut an die Motive der CDU im Landtagswahlkampf: ,Mehr Bewegung, weniger Stau‘ oder ,Mehr Lehrer, weniger Unterrichtsausfall‘, hieß es damals. Doch als Herr Laschet einmal die Staatskanzlei bezogen hatte, wurde ihm klar, dass es alles doch gar nicht so einfach ist. Und so reiht sich leider auch das Azubi-Ticket in eine lange Liste unerfüllter Versprechen ein.

Bereits vor einem Jahr hat die SPD-Landtagsfraktion einen Änderungsantrag zum Haushalt 2018 gestellt, der entsprechende Mittel für ein Azubi-Ticket vorsah. Dieser Antrag wurde von CDU und FDP abgelehnt, das Azubi-Ticket war damit für das Haushaltsjahr 2018 vom Tisch. Der Landeshaushalt 2019 wird in der kommenden Woche eingebracht und die SPD-Landtagsfraktion wird darauf pochen, dass Herr Laschet diesmal seine Versprechen erfüllt!“

Themen: Arbeit und Soziales, Im Wahlkreis, Infrastruktur und Verkehr